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Die Sanierungsberater bei Dr. Hingerl & Partner

sanierungsberater_frhingerlDie Kanzlei „Dr. Hingerl & Partner“ hat seit 1985 umfassende Erfahrung bei der Sanierung von mittelständischen Unternehmen gewonnen, insbesondere von Publikumsgesellschaften in Hotelprojekten – auch mit Golfanlagen -, die über Steuersparmodelle (Bauherrenmodelle und Immobilienfonds) aufgelegt wurden.

Dabei umfasste unsere Sanierungstätigkeit nicht nur  Fertigstellung  stecken gebliebener  Bauprojekte, sondern vor allem auch die betriebswirtschaftlich effiziente Organisation der Publikumsgesellschaften wie Hotelbetriebe und Golfplätze, wobei wir zum Teil die Geschäftsführung bis zum Abschluss der Sanierung übernommen haben. Die finanzierenden Banken hatten jeweils einen Sanierungsbeitrag zu leisten: Verhandlungen führten häufig zu einem fairen Ausgleich zwischen Anlegern und Bank – allerdings gab es auch Fälle erfolgreicher  gerichtlicher Inanspruchnahme zur Durchsetzung der Bankenhaftung bis zum Bundesgerichtshof.

Zwei Jahre bevor das neue Insolvenzrecht zum 01.01.1999 in Kraft treten sollte, haben wir auf der Grundlage dieser Erfahrungen entschieden, die neu gebotenen Möglichkeiten zu nutzen und die Kanzlei strategisch auch  auf Sanierungen mittels Insolvenzplan und übertragender Sanierung auszurichten.

Aufgrund der sorgfältigen Vorbereitung war es möglich, den ersten erfolgreichen Insolvenzplan in Deutschland für ein mittleres Unternehmen zu erstellen. Der Insolvenzplan wurde gegen die eigene Hausbank als Hauptgläubigerin über zwei Instanzen durchgesetzt. Die dort getroffenen Gerichtsentscheidungen sind zum Meilenstein für die Entwicklung des Insolvenzplans im neuen Insolvenzrecht geworden (Amtsgericht Mühldorf am Inn, NZI 1999, 422 ff.; Landgericht Traunstein, NZI 1999, 461 ff.). Das Ergebnis war eine erfolgreiche Sanierung eines Mittelständischen Unternehmens (120 Mitarbeiter, Jahresumsatz 24 Mio. DM).

Ein weiteres gelungenes Beispiel ist die zweimalige Sanierung der Tölzer Eishockeygesellschaft in den Jahren 2003 und 2009, die jeweils innerhalb von drei Monaten durchgeführt wurde und dem Verein die Lizenzen für weitere Ligaspiele sicherte (Hingerl, ZInsO 2004, 232 ff ).

Von Insolvenzverwaltern haben wir viel Zuspruch erhalten, z. B von Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer Dr. Eberhard Braun: „Das Obstruktionsverbot in der Praxis – Ein überzeugender Start“ (NZI 1999, 473 ff.). Allerdings gab es in der Wissenschaft auch Stimmen, die aus unserem mutigen Vorstoß Schreckensbilder ableiteten – Professor Smid: „Die cram down power des deutschen Insolvenzrechts“ (InVO 2000, 1).

Wir haben inzwischen für eine Reihe von Unternehmen (vom 1-Mann Betrieb bis zu einer Immobilieninsolvenz von € 120 Mio) Insolvenzpläne erstellt und erfolgreiche Sanierungen durchgeführt. Bisher ist kein einziger von uns vorgelegter Insolvenzplan an den Gläubigern oder am Gericht gescheitert. Die Erfolgsquote liegt bisher noch bei 100 %. Daher sind wir überzeugt davon, dass über den Insolvenzplan weit mehr Sanierungen möglich sind als es derzeit geschieht. Die Chancen für eine Sanierung sind umso größer, je früher sich ein gefährdetes Unternehmen beraten lässt und eine außergerichtliche Sanierung oder die Vorbereitung eines Insolvenzplans beginnt.

Mit dem ESUG (Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) ist eine neue Möglichkeit geschaffen, im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens bereits vor einem Insolvenzverfahren die notwendigen Weichen für eine Sanierung zu stellen. Damit wird die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Insolvenzrecht im internationalen Kontext erheblich gestärkt.

Dabei soll nicht verschwiegen werden: Sanierungs- oder Insolvenzplan stellen erhebliche Anforderungen an die verantwortlichen Unternehmer und an Kenntnisse und Einsatz der Planarchitekten; auch gehen Sanierungsberater ein nicht unerhebliches Risiko ein, wenn sie unternehmerische Entscheidungen unterstützen oder sogar selbst treffen.

Wir wollen und können uns dieser Herausforderung stellen. So haben wir bereits vor Jahren eine  der seltenen Eigenverwaltungen durchgeführt am Beispiel eines Kfz-Betriebes. Bis zum Ende der Sanierung war Dr. Hingerl als Geschäftsführer eingesetzt. Damit wurde dokumentiert, dass die Eigenverwaltung nicht nur bei Großunternehmen funktioniert, sondern letztendlich bei jedem Unternehmen unter der Voraussetzung, dass gegenüber Gericht und den Gläubigern das notwendige Vertrauen aufgebaut werden kann. Denn selbstverständlich darf hier nicht „der Bock zum Gärtner“ gemacht werden, wenn die bisherige Unternehmensleitung alles Vertrauen verspielt hat.

Insolvenzpläne sind auch bei natürlichen Personen möglich mit der Folge, dass der Zeitraum von 6 Jahren nicht abgewartet werden muss. Wie bei der Tölzer Eishockeygesellschaft ist auch hier schon innerhalb von 3 Monaten eine Entschuldung über einen Insolvenzplan möglich, wenn die Gläubiger mit Gruppenmehrheit zustimmen. Dabei ist denkbar, dass mit 10 % der Forderungen oder Gläubiger 90 % überstimmt werden. Diese Möglichkeit hat der Gesetzgeber zugelassen, wenn nachgewiesen wird, dass die Gläubiger bei der Planregelung nicht schlechter gestellt werden als bei einer Zerschlagung des Unternehmens (vgl Hingerl, Gruppenbildung im Insolvenzplanverfahren, ZInsO 2007, 1337-1341).

Das neue Insolvenzrecht gibt vielfältige Möglichkeiten einer zweiten Chance für Schuldner und Schuldnerunternehmen. Nehmen Sie diese vom Gesetzgeber gewollte zweite Chance wahr.