Anwälte Steuerberater Mediatoren Sanierungsberater Standorte

28. Juni 2013

Mitverschulden an Kopfverletzung bei Fahrradunfall ohne Helm

Kollidiert ein Radfahrer im öffentlichen Straßenverkehr mit einem anderen Verkehrsteilnehmer, der sich verkehrswidrig verhält, und erleidet infolge des Sturzes Kopfverletzungen, die durch Tragen eines Fahrradhelms zumindest geringer ausgefallen wären, muss er sich grundsätzlich ein Mitverschulden anrechnen lassen.

Wie das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht aktuell entschieden hat, trifft eine Fahrradfahrerin ein Mitverschulden an den erlittenen Kopfverletzungen, weil sie keinen Helm getragen und damit Schutzmaßnahmen zu ihrer eigenen Sicherheit unterlassen hat („Verschulden gegen sich selbst“). Das Gericht hat den Mitverschuldensanteil mit 20 % bemessen. Die Radfahrerin war – insoweit schuldlos – gegen eine plötzlich von innen geöffnete Fahrzeugtür geprallt und gestürzt. Bezüglich der Schwere der erlittenen Verletzungen ging das Gericht trotz Fehlens einer gesetzlichen Helmpflicht von einer Haftungsminderung der Autofahrerin bzw. ihrer Haftpflichtversicherung aus, weil beim Radfahren naturgemäß eine besondere Gefahr von Kopfverletzungen besteht, die ein verständiger Mensch zur Vermeidung eigenen Schadens durch Tragen eines Helms zu vermeiden sucht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Schleswig-Holsteinisches Oberlandesgericht, Urteil vom 05.06.2013 – 7 U 11/12)

Zurück zur Übersicht